• Wie Eberhard Vogel Kreisklasse-Kickern Beine macht

    by  • 24. November 2009 • Anzeigen, Fußball • 0 Comments

    “Matz ist in der Schiri-Kabine”, sagt Jürgen Hofmann. Eilig kommt der Vorständler des SV Frauenprießnitz aus dem Kabinentrakt. Dort hängen die Bilder der altvorderen Kämpfer, auf Papier gebannt und gerahmt von der 1996er D-Jugend bis hin zur Elf aus Kreisoberliga-Zeiten. “Gleich die erste Tür”, sagt Hoffmann. Wenige Meter und ein paar Bilder weiter unterbricht die besagte Kabine die chicheringrüne Tapete. “Matz” sitzt drin.

    Jürgen Hofmann hat sich alles aufgeschrieben. “242 Mal spielte er im Dress des FC Carl Zeiss. Er erzielte dabei 118 Tore.” Über die Lautsprecher am Sportlerheim verliest Hofmann diese beeindruckende Bilanz des Eberhard “Matz” Vogel. Und nun ist er in Frauenprießnitz. Schnell noch die Stutzen zurecht rücken, die Regenjacke drüber gezogen – dann geht es raus; raus auf den Rasen, wo die aktuelle Frauenprießnitzer Fußball-Elf schon wartet. Eberhard Vogel wird für 90 lange Minuten ihr Trainer sein.

    “Sie haben sich mal gewünscht, von einem echten Profi trainiert zu werden”, berichtet Jürgen Hofmann. Und der knüpfte den Kontakt zum Ex-Nationalspieler. “Das mache ich gern”, sagt Vogel. Die Mannschaft hat sich derweil schon eingelaufen, draußen am Bierwagen philosophieren die, die immer da sind, über Fußball. Der Glühwein erleichtert das Reden, während Eberhard Vogel es bei kurzen, aber sehr deutlichen Ansagen belässt: “Wir machen alles mit Ball”, sagt er – 22 Mundwinkel treibt er damit kurz nach oben. Kurz. “Aber denkt ja nicht, dass es dadurch leichter wird.”

    Jürgen Hofmann hat das Mikrofon längst beiseite gelegt. Hautnah will er dabei sein, wenn “Matz” die Kreisklasse-Kicker antreibt. “Die stehen unten drin. Ich habe extra vorher nachgeschaut”, sagt Vogel leise. Deshalb lässt er nicht locker, mit Fangspielen jagt er die Jungs über den Rasen. “Jawoll, den haste noch!” Oder: “Bewegen! Freilaufen! Andere Seite!” Vogel gibt Ratschläge: “Kopf hoch! Das ist wichtig im Fußball. Du musst schauen, wo der Gegner ist.” Bei manchem hat die Schnappatmung längst eingesetzt.

    In einer alten romantisch-rostigen Schubkarre liegen die Trainingsutensilien bereit – Leibchen, Stangen, Hütchen. “Matz” Vogel braucht sie nicht. Denn alles macht er mit dem Ball. Aus den Lautsprechern dudelt Bruce Springsteens “Human Touch” – irgendwie als Botschaft für den Trainer für einen Tag, die Jungs nicht ganz so hart ran zu nehmen. Weiter geht es am Boden: “Jonglieren im Sitzen!” Auweia! “Nur mit den großen Zehen und die Fußspitzen nach innen. Den Ball nur aus dem Unterschenkel heraus treffen.” Nun ja, während die Kicker ihr Glück versuchen, traut die zahlreiche Besucherschar dem Braten nicht: “Das kannst du denen erzählen, bis zum Spiel am Wochenende ist das eh vergessen.” Falsch! Mit 2:1 wird Frauenprießnitz Kickers Maua schlagen. Einen kleinen Anteil hat sicher auch “Matz” Vogel daran. Nach 90 Trainingsminuten bekommt er einen dicken Applaus der Jungs – und ein deftiges Bauernfrühstück im Sportlerheim.

    Dort sitzt er dann, mit den SVF-Kickern. An der Wand hängen hier keine Bilder, hier hängen die Prachtwimpel ihrer zahlreich unterlegenen Gegner. Und viele Geschichten werden erzählt … Eberhard Vogel hört zu.Sie haben sich mal gewünscht von einem echten Profi trainiert zu werden.

    Von Michael Ulbrich Frauenprießnitz (OTZ).

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